Andersartige Texte lesen

Katzengötzen

Eyes of Cat
(Bild: Pixabay / cocoparisienne) - Hypnotisierende Katzenaugen

Schon lange ist es her, dass ich einen Beitrag geschrieben habe. Umwälzungen und Unstimmigkeiten im Alltag, lenkten mich davon ab, dass ich meiner Berufung als Schreiber / Schriftsteller / Autor / Texter / Blogger nicht nachkommen konnte. Vor allem konnte ich dem Webinar bzw. dessen Inhalte von Tanja Steinlechner nicht nachkommen. Zudem mache ich aktuell seit Ende März eine Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager. Eigentlich ist aber eher eine Resozialisierung für den Arbeitsmarkt. Denn viele Inhalte sind mir nicht neu. Aber einiges wiederrum hat mich weitergebracht. Ich habe gelernt wie man html-codes schreibt und ich habe ein weiteres Sichtfeld bekommen, um zu verstehen wie SEO funktioniert. Irgendwann, während der Schulung, dachte ich mir, ich könne doch meinen Blog selbst über html gestalten, und als ich an meinem Blog dachte, fiel mir ein, dass ich ihn vernachlässigt habe. Geblieben ist nichtsdestoweniger das Schreiben, das ich mir bis jetzt (fast) jeden Tag weiterhin vorgenommen habe. Es kam vor, dass ich einen - nach meinen vorhandenen Bewertungsmuster - kreativen Text geschrieben habe. Deshalb versuche ich die Reihe des kreativen Schreibens mit dem nachfolgenden Text fortzuführen und wünsche viel Spaß beim Lesen.

  Vorhin habe ich mir ein Video angeschaut, worüber ich intensiv nachdenken musste. Es ging um einen Mann namens James Bowen. Dieser Typ soll wohl die heftigsten Drogenprobleme gehabt haben, so sehr, dass er das ganze Geld, welches er durch Gitarrespielen auf der Straße erwarb, für die Drogen ausgab. Eines Tages kam wohl eine Katze zu ihm, die er immer von sich stoß. Als er sie dann sah, wie sie krank wurde, nahm er sich zusammen, gab das Geld nicht für die Drogen aus, sondern brachte die Katze zum Tierarzt, und bezahlte die Rechnung. Von sich sagte er, dass er eine Liebe zwischen ihm und seiner Katze spüre. Schließlich schrieb er ein Buch, über die Katze, die er Bob nannte. Vom Obdachlosen stieg er auf als Bestseller, so ein guter Bestseller, dass das Buch sogar verfilmt wurde. (Ob ich jetzt alles richtig wiedergegeben habe, weiß ich ehrlich gesagt grad nicht. Ich könnte nachlesen, habe aber keine Lust um tiefer zu graben)
Tatsache ist, dass der Typ gemeinsam mit seiner Katze in Fernsehersendungen zu sehen war, weil die Beiden etwas verbindet. Ich weiß nicht genau, was es ist, was die beiden verbindet, wenn ich aber vermuten dürfte, würde ich sagen, er vergöttert sie. Dieses Tier hat etwas geschafft, was viele andere Tiere (wie z.B. solche, die täglich auf unsere Essteller landen), nicht geschafft haben. Im Fernseher sagt James, gib mir ein High-Five, und die Katze hebt die Tatze, sodass er drauf einschlagen kann, wobei er ihr immer danach ein Leckerli gab. Ich schreibe die ganze Zeit von ihr. Wenn das Tier doch Bob heißt, dann müsste er männlich sein und somit ein Kater. Ob das der Gender-Mainstream so mit meiner Reflexion macht? Keine Ahnung. Ich werde ab jetzt „der Kater“ schreiben, weil es meiner Ansicht nach ein männliches Tier sein müsste, ansonsten müsste es ein Transgendertier sein, worüber ich nicht wirklich schreiben will. Wobei ich in diesem Moment gerade einen Gedankenschub bekam. Vielleicht gab es schon früher oft –zumindest nach altehrwürdigen Erzählungen- verschiedenste Mischwesen. Vielleicht gab es damals in Ägypten so einen genveränderten Katzenmenschen, den man heute als Basket kennt, Tochter des Re, der genauso gut ein Adlermensch gewesen sein kann. Und vielleicht hat die Katze in all ihren Gattungsarten ein gewisses Anziehungsgen, dass sie Menschen um sich hat, die wie betäubt alles willfährig für sie macht. Irgendwas haben diese komischen Tiere an sich. Mit dem Kater von nebenan habe ich auch schon bekannt gemacht. Ich ducke mich zu ihr und strecke die Hand nach ihr aus, an der sie schnuppern kommt, dann kommt sie mit ihrer Nase, zu meiner Nase. Was ist das, was ich mit dem Tier hab? Als ich Bob in der Videoaufzeichnung der Sendung sah, dachte ich mir, dass Bob das Zentrum der Sendung ist. Ein Tier schafft es, Kameras, ein Livepublikum und Fernseherzuschauer auf sich zu ziehen. Hat dieses Tier nicht schon die Macht, wie eines dieser dargestellten altägyptischen Götter? Vielleicht mag die Katze an sich keine sprachliche Intelligenz haben - oder vielleicht doch? - was eher damit gemeint war, ist, dass dieses Tier zumindest nicht die Fähigkeit hat sich menschlich-verbal zu äußern, aber eine über starke emotionale Intelligenz verfügt, eben Menschen an sich zu ziehen. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihre Mitmenschen vertreiben, ist es schon komisch zu sehen, wenn eine Katze Menschen anzieht. In was für einer seltsamen Welt wir leben. Ich sitze hier und habe vorhin eine Zigarette geraucht, aber schreibe wohlbemerkt etwas auf. Etwas, das mich beschäftigt hatte. Etwas -wovon ich überzeugt bin-, das ich mehr überdenke als viele andere Menschen. Vor allem ist es auch eine Arbeit, die ich hier tue, für die ich aber noch nicht honoriert werden kann. Wenn ich überhaupt, mit dem was ich, von 14.19 Uhr bis jetzt 15.44 Uhr, hier aufgeschrieben habe, Geld verdienen kann und will.

Tatsache ist, dass dieser Kater, den ich im Video sah, geschafft hat ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen. Natürlich hat der Kater es nicht selbst im physischen Sinne getan, sondern viel mehr Bob in eine emotionale Abhängigkeit beförderte und diesen dazu brachte, über ihn zu schreiben. Irgendwie fühlte es sich so an, als würde der Kater sagen: „Ihr Idioten da draußen, die meinen, sie können ein Buch schreiben und wollen damit die Welt verbessern. Guckt wie ich es mache, ich gebe dem Typen ein paar High-Five, oder wie immer ihr es auch nennt, und bekomme dafür Leckerlies, und besser noch, ein riesiges Zuhause und alles, was ich essen will. Während ihr nach Geld strebt oder sogar euch auf der Straße verkümmern lassen würdet, für euer Buch, habe ich mir Bedienstete geholt. Mir zu dienen ist immer noch besser, als auf der Straße zu leben. Glaub mir, ich musste aus Mülltonnen essen, so wie der gute James hier neben mir auch.“ Vielleicht mag ich ein Spinner mit diesen Gedanken sein, welcher aus einem Gefühl von mir entsprang. Aber mein Gefühl sagt einfach etwas, was ich schon anfangs hier niederschrieb: “Ich weiß nicht genau, was es ist, was die beiden verbindet, wenn ich aber vermuten dürfte, würde ich sagen, er vergöttert sie.“

Soll er doch. Wenn ich aber das Meer vergöttere, in dem ich so viel mehr sehe, als nur die Liebe in einer Katze, sondern die Allgegenwärtigkeit des Universums, dann will ich entweder nur verstanden werden, oder mit meinem Glauben in Ruhe gelassen werden.