Andersartige Texte lesen

Über mich

Es ist schon nicht leicht, etwas über sich selbst zu schreiben. Mir stellt sich dann die Frage: Habe ich zu viel oder zu wenig „über mich“ geschrieben?

Grundsätzlich kann ich „über mich“ sagen, dass ich mich im Leben immer irgendwie durchschlagen konnte, sei es nach meinem Abitur in der kaufmännischen Ausbildung oder auch im Studium.

Geschrieben habe ich schon immer etwas; Freie Texte zu meinen alltäglichen Gedanken, Gedichte, ein Kabarettprogramm oder Bücherprojekte, die ich aufgrund mangelnder Identifikation zum Inhalt abbrach.

Vor kurzem habe ich eine Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager abgeschlossen. Was mir mitgegeben wurde, war, dass ich immer an die Zielgruppe denken muss, wenn ich etwas auf den Markt bringen will. Sehr oft fragte ich mich: „Wer ist denn meine Zielgruppe für meine Texte bzw. für meinen Schreibstil?“
Das hat mich dazu gebracht mich selbst nochmals auf der Ebene „Self-Marketing“ zu reflektieren.

Wie mich andere sehen, kann ich schwer beurteilen. Jahrelang habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Leute mich vom ersten Eindruck immer arrogant aufgefasst haben. Wenn sie mich kennengelernt haben, bekam ich zu meiner Person positives Feedback und kam meist sympathisch an.

Bisher habe ich nur über meinen Blog meine Texte veröffentlicht und sie als Beiträge in SocialMedia (Facebook, Instagram, Xing, Google+) platziert. Dazu bekam ich auch konstruktive Kritik. Es gab einige Leute, die fanden es gut wie ich schreibe.

Zuvor gab ich auch Leuten aus meinem Umfeld Textausschnitte zum Korrekturlesen und Beurteilen. Da hatte ich meist eher schlechte Kritik. Es hieß, ich habe Sprach- und Stilfehler. Sprachfehler sind vermutlich abbaubar. Aber Stilfehler? Was sollen denn Stilfehler sein? Kann man Fehler im Stil haben? Zeichnet das nicht eben den Stil aus? Hinzufügen muss ich auch, dass ich das Leuten gegeben habe, die sprachlich zwar auf gutem Ast sind, aber nicht so viel Lesen oder schreiben wie ich. Deshalb hielt ich es auch nicht für konstruktiv, dass mir gesagt wurde, ich würde damit keinen Blumentopf gewinnen.

Das brachte mich dazu nochmals mir die Frage zu stellen: „Wer ist denn meine Zielgruppe für meine Texte bzw. für meinen Schreibstil?“
Ich selbst bin die Zielgruppe! Ich schreibe für mich und weil ich es gerne tue. Dadurch, dass ich meine Texte veröffentliche, kann natürlich gesagt werden, ich schreibe doch für jemanden. Ich sehe das Schreiben als meine „Arbeit“. Es ist einfach das, was ich planlos mache. Es ist mein „Beruf“. Wer übt schon wirklich seinen Beruf aus? Damit meine ich nicht im Büro sitzen und mit Kunden telefonieren, sondern wirklich das, was man berufen ist zu tun.

Ob ich qualitativ in meinem Beruf bin, liegt zum einen im Auge des Betrachters und wird sich zum andern noch zeigen. Bis dahin „mache ich“ einfach. Ich berufe mich dabei auf ein Filmzitat von Joker: Sehe ich aus wie einer, der immer einen Plan hat? Weißt du was ich bin? - Ich bin ein Hund, der Autos nachjagt. Ich wüsste gar nicht was ich machen sollte, wenn ich eins erwische! Verstehst du? - Ich tue die Dinge einfach. Zusammenfassend ist „über mich“ zu sagen:
Ich schreibe.

Blog-Darsteller
Ich will mit dem Rauschen des Meer sterben.